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Das Magazin der Berner Haus- und Kinderärzt:innen

Lesedauer ca. 3 Min.

Von Abschieden und Neuanfängen

Von Abschieden und Neuanfängen

Vielleicht erinnert sich noch die eine oder der andere an das erste Editorial von Corinne Sydler in ihrer neuen Funktion als VBHK-Co-Präsidentin im Frühjahr 2022: Sie schrieb über den Legislaturstart neu gewählter Regierungsrätinnen und Grossräte, über die Unterversorgung in der Haus- und Kinderarztmedizin und in der Psychiatrie sowie über den Fachkräftemangel – und, natürlich damals, auch über die Coronapandemie.

Die Pandemie liegt glücklicherweise hinter uns, die Regierungs- und Grossratswahlen 2026 sind ebenfalls passé. Doch viele Herausforderungen sind geblieben. Insbesondere die Unterversorgung in der psychiatrischen sowie in der haus- und kinderärztlichen Grundversorgung ist nach wie vor Realität. 

Für uns ist klar: Wir werden die Arbeit des scheidenden Präsidiums konsequent weiterführen – und zugleich eigene Akzente setzen. Dazu gehören eine starke gesundheitspolitische Positionierung, der entschlossene Einsatz für bessere Rahmenbedingungen in der Grundversorgung sowie eine gezielte Förderung des Nachwuchses. Ebenso zentral ist für uns der innere Zusammenhalt unseres Verbandes: Denn nur als geschlossene Stimme können wir wirksam Einfluss nehmen. 

Dass sich Engagement lohnt, zeigen konkrete Erfolge: So hat der Grosse Rat in der Herbstsession 2025 der Erhöhung der Medizinstudienplätze ohne Gegenstimme zugestimmt. Solche Fortschritte entstehen oft in kleinen Schritten – aber sie sind entscheidend für die langfristige Sicherung unserer Versorgung. 

Mit dem neuen Co-Präsidium stehen Eva Hugentobler und ich an einem ähnlichen Punkt wie unsere Vorgängerin vor vier Jahren. Doch ein Wechsel im Präsidium ist mehr als eine personelle Rochade. Er ist ein Moment der Standortbestimmung – und eine Chance, Prioritäten zu schärfen. 

In den kommenden Jahren wollen wir uns insbesondere auf drei Schwerpunkte konzentrieren. Erstens auf die nachhaltige Stärkung der haus- und kinderärztlichen Versorgung – vor allem in unterversorgten Regionen. Zweitens auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um den Beruf langfristig attraktiv zu halten. Und drittens auf eine klare, verlässliche gesundheitspolitische Stimme des VBHK gegenüber Politik, Behörden und Öffentlichkeit. 

Diesen Weg wollen wir als Co-Präsidium gehen – in der bewährt partnerschaftlichen Form, aber mit frischer Energie. Mit Mut, Neugier und dem Anspruch, gemeinsam mit allen Mitstreiter:innen die Zukunft der kinder- und hausärztlichen Versorgung aktiv zu gestalten: verantwortungsvoll, solidarisch und mit klarem Blick nach vorn. 

Vielleicht sind Abschiede und Neuanfänge gar keine Gegensätze. Vielleicht gehören sie untrennbar zusammen – wie zwei Seiten desselben Blattes: Ohne die eine gäbe es die andere nicht.